Aktuelles

Nach dreijähriger, durch die Corona-Pandemie bedingter Pause fanden in Breslau vom 26. bis 28. Mai 2022 die traditionellen Maitreffen der Deutsch-Polnischen Gesellschaft der Universität Wroclaw (Breslau) statt. Das letzte Treffen hatte im Mai 2019 stattgefunden. Etwa 60 deutsche und polnische Mitglieder und Freunde der Gesellschaft trafen sich zu einem umfangreichen Tagungs- und Besichtigungsprogramm in den historischen Räumen der Universität. Nach der Vorstellung der polnischen Fassung des Breslauführers „Breslau museal“ von Dr. Vasco Kretschmann im Remter des Rathauses am Nachmittag des 26. Mai eröffnete der von Generalkonsul Hans Jörg Neumann gegebene traditionelle  Empfang im Gebäude des Generalkonsulats am Stadtgraben (Podwale 76) die Treffen.  Daran nahmen neben den Mitgliedern der Gesellschaft auch prominente Vertreter der Universität und des öffentlichen Lebens in Breslau teil.

Am 27. Mai folgte ein umfangreiches Besichtigungsprogramm mit Besuchen der renovierten Jahrhunderthalle unter Führung des Direktors des Architekturmuseums Dr. Jerzy Ilkosz, des Vierkuppel-Pavillons und seiner Dauerausstellung über polnische Gegenwartskunst unter Führung der Direktorin Dr. Dorota Bigos sowie der wiederum von Dr. Ilkosz geführten Sonderausstellung „Materialstillehre - Hans Poelzig in Breslau“ im Architekturmuseum. Den Abschluss bildete ein Konzert des Breslauer Philharmonischen Orchesters im Nationalen Musikforum, wo die Hebriden-Ouvertüre von Felix Mendelssohn-Bartholdy, das Violinkonzert von Max Bruch mit der südkoreanischen Geigerin Soyoung Yoo sowie die 2. Symphonie von Jean Sibelius aufgeführt wurden.

Der eigentliche Festakt fand am 28. Mai in der neu renovierten Aula Leopoldina der Universität statt, an dem gut 100 Mitglieder und Gäste teilnahmen. Er wurde eröffnet durch den Vorsitzenden der Gesellschaft, Dr. Helmut Schöps und den Rektor, Prof. Jan Sobczyk. Diesem übergab Dr. Schöps am Ende seiner Rede eine Spende von 3 500 € zur besonderen Förderung der Beziehungen der Universität Breslau zur Universität Lemberg angesichts der aktuellen schwierigen Lage durch den bewaffneten russischen Angriff auf die benachbarte Ukraine.  Sodann gedachten die Teilnehmer der jetzt 21-jährigen Geschichte der Gesellschaft, die 2001 vom Gründungsrektor und Ehrenmitglied Prof. Dr. Dr. h. c. Norbert Heisig ins Leben gerufen worden war. Ein Beitrag von Prof. Heisig rief wichtige Persönlichkeiten der letzten 20 Jahre für die Entwicklung der Gesellschaft und der deutsch-polnischen akademischen Zusammenarbeit in Erinnerung. Prof. Miodek von der Universität Wroclaw erläuterte in einem sehr nachdenklichen Vortrag Begriff und Rolle von „Heimat“ in früheren und heutigen Zeiten. Den traditionellen Akademischen Festvortrag hielt Prof. Dr. Arno Herzig , Universität Hamburg, zum Thema „Geschichte und Bedeutung des Breslauer Judentums“. Zum Abschluss übergaben der Vorsitzende der Professor Norbert und Barbara Heisig-Stiftung, Herr Constantin von Kessel, den von der Stiftung jährlich vergebenen, mit 20 000 zl. dotierten Leopoldina-Forschungspreis an Frau Dr. Kamila Kowalczyk für ihre Untersuchung zum Thema „Polnische Grimmosphäre. Märchen aus der Sammlung von Wilhelm und Jacob Grimm in der polnischen literarischen Kultur (1865-2015)“.
   
Die Maitreffen umfassten außerdem Sitzungen von Vorstand und Beirat der Gesellschaft, wobei es vor allem um die Förderung von Projekten der akademischen deutsch-polnischen Zusammenarbeit ging, für die die Gesellschaft jährlich aus dem Aufkommen der Mitgliedsbeiträge sowie aus Spenden Beträge im unteren vierstelligen Euro-Bereich bereitstellen kann. Dabei wurde auch die Notwendigkeit betont, die Mitgliederwerbung für die mit ca. 400 Mitgliedern größte deutsch-polnische Universitätsgesellschaft zu intensivieren.

Den Abschluss der Maitreffen bildete wieder das vom Rektor der Universität im herrlich blühenden Botanischen Garten auf der Dominsel gegebenen Picknick mit der Möglichkeit zu zahlreichen weiteren auch persönlichen Kontakten.

Insgesamt kann festgestellt werden, dass die diesjährigen Maitreffen trotz dreijähriger Pause seit 2019 und Unwägbarkeiten bei den Planungen wegen der anhaltenden Corona-Pandemie mit gutem Erfolg stattfinden konnten, was schon jetzt eine Ermutigung für die Maitreffen im kommenden Jahr darstellt, die vom 18. bis 20. Mai 2023 stattfinden sollen.

Eine ausführliche Darstellung mit den Texten der gehaltenen Vorträge wird in der nächsten Nummer des Akademischen Kaleidoskops erscheinen.


$('#slideshow1').cycle()
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.